“Im Schrank” und Frau Pappenheim

Sonntag 14 Mai 2006

Gestern ging’s mit Jens und Astrid in den Kunstbahnhof Neu-Isenburg zum Theaterstück “Im Schrank” (siehe auch FNP). Hauptgrund und Auslöser war das Wiedersehen mit Miriam Dunja Berraisoul. Wir kannten sie aus der gemeinsamen kurzen Zeit mit “Pretty Belinda” und jetzt arbeitete sie bei diesem Stück der T.A.P. (Theaterlabor Art Productions) als Regieassistentin.

Ich bin froh gestern Abend dort im Kunstbahnhof gewesen zu sein. Die Zeit verging auch wie im Fluge.. einfach viel zu schnell.
Das Stück handelte von einer am Dachboden vor den Nazis versteckten Jüdin, die sich durch Angst und Isolation langsam den Wahnsinn näherte. Gespielt wurde es sehr überzeugend von der durchaus charmanten Schauspielerin Manuela Stüsser, in einem einstündigen Solo-Stück und ohne Pause. (Stichwort “Lederjacke” ;-) )

Unterstützt wurde das abendliche Erlebnis durch eine Ausstellung (mit Dokumentation in Bild und Schrift sowie kopierten Zeitungen) über die damalige Nazi-Zeit und über, die mir bis dahin nicht bekannte aber überaus bewunderswerte, Bertha Pappenheim (1859-1936). Die steigende Zahl jüdischer Prostituierter aus Osteuropa machte Bertha Pappenheim mit den Problemen des Mädchenhandels vertraut. Die stark sozial engagierte Jüdin kaufte 1907 in Neu-Isenburg das erste von 4 Häusern und half, unterstützt von Spendengeldern, im Heim “Isenburg” den Opfern und deren Kinder; sie gab ihnen Sicherheit, ein Zuhause und Ausbildung… bis die Nazis das Heim 1942 schlossen und die bis dahin verbliebenen Insassen in Vernichtungslager deportierten.
Weitere Lesestoff über Bertha Pappenheim: Siehe auch: Bertha Pappenheim – eine jüdische Frauenrechtlerin oder “Pappenheim, Bertha (im BBKL)” vom Bautz Verlag oder Seminar- und Gedenkstätte Bertha Pappenheim, Neu-Isenburg der HLZ.

Sicherlich verständlich, dass wir nach dem guten Theaterstück noch länger im Kunstbahnhof geblieben sind. Wir haben uns dort die Ausstellung angesehen, etwas getrunken und bei einem Glas Wein auch den anwesenden Rest der sehr netten Theatergruppe kennen gelernt. Leider sind die nächsten Stationen der Schauspielerin Manuela Stüsser jedoch Bayern und danach Düsseldorf, obwohl die sympathische T.A.P. Truppe ab 16. Juni 2006, wieder im Kunstbahnhof, mit “anders & grimm(ig): märchen” ihr nächstes, wahrscheinlich ebenfalls wieder sehenswerte, Stück aufführen wird.

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  1. [...] Das Theaterstück am Wochenende, in diesem ich erstmals über die bewundernswerten und selbstlosen Arbeit von Bertha Pappenheim erfuhr, hatte mich neugierig gemacht, ob der Begriff “… meine Pappenheimer” in eben dieser seine Wurzeln haben könnte. [...]

    Pingback von thayer.de » Der Begriff “meine Pappenheimer” — 15. Mai 2006 #

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