Euroweb muß Gerichtskosten tragen
Mittwoch 05 April 2006Jens war wieder schnell… ![]()
Das Gericht lehnte es laut heise ab, einem unzufriedenen Euroweb-Kunden per Einstweiliger Verfügung die Weitergabe von Erfahrungsberichten zu verbieten.
Auch die Grenze zu Beleidigung und übler Nachrede sah er nicht überschritten: “Zur Demokratie gehört ein Diskurs unter den Menschen”, erklärte der Richter. Die in der Mail enthaltenen Formulierungen wie “Abzocke” oder “über den Tisch ziehen” sah er nicht als unwahre Tatsachenbehauptungen, sondern als Unmutsäußerungen, die von dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit gedeckt sind. Allerdings mahnte er den Handwerker Geisler, vorsichtig bei dem zu sein, was er verbreite: “Es ist immer schwierig, eine Abgrenzung zu treffen.” (heise)
Ich freue mich aufrichtig für den Handwerker Geisler. Erinnter seine Geschichte doch an das Schicksal dieses kleinen Handwerkes.
Euroweb-Geschäftsführer Christoph Preuß erklärte nach der Verhandlung, dass die Foren- und Blogeinträge in seinem Unternehmen ein massives Problem darstellten. Er sei es seinen 160 Mitarbeitern schuldig gewesen, juristisch gegen die Behauptungen vorzugehen. (heise)
Welch scheinbar noble Geste, den eigenen Mitarbeitern gegenüber. Verantwortung finde ich immer gut, egal ob den eigenen Mitarbeitern, dem Unternehmen oder sich selber gegenüber. Sicherlich gibt es auch die Verantwortung dem Kunden und Mitmenschen gegenüber auf ein offenes und faires Miteinander, oder?!
Meiner Meinung gibt es normalerweise keine Probleme mit Blogs und Foreneinträgen. Hat man jedoch den Eindruck, dass mit Druck statt Dialog jegliche Kritik per Gericht oder Abmahnung mundtot gemacht werden soll, dann ist für mich eine gewisse Aufregung verständlich. Eine solche, für mich fragwürdige, Art von Reklamationsmanagement, führt meiner Meinung selten langfristig zum gewünschten Erfolg.
Meiner Meinung bringen unzufriede Kunden einem Unternehmen keinen wirklichen Ertrag, er kommt auch nicht wieder zurück. Ein Umgang mit dem Anwalt machen es in einer solchen Beziehung wahrscheinlich auch nicht besser. Großzügiges und souveränes Handeln bringen vermutlich mehr an positivem Feedback und dürfte das besser Marketing-Instrument sein.
Geht es der Firma Euroweb finanziell so schlecht, um auf einen solchen Vertrag unbedingt zu beharren? Es gäbe sicherlich gewisses Potential auch wieder Pluspunkte zu sammeln und sich, im Laufe der Zeit, positives Feedback zu verdienen. ![]()
Ich bin gespannt wie es weiter geht.
2 Kommentare »
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Verantworlich: Thomas Thayer









[...] Die Euroweb Internet GmbH musste am heutigen Mittwoch vor dem Landgericht Düsseldorf eine Schlappe hinnehmen. Das Gericht lehnte es ab, einem unzufriedenen Euroweb-Kunden per Einstweiliger Verfügung die Weitergabe von Erfahrungsberichten zu verbieten. Das auf die Erstellung von Firmenwebseiten spezialisierte Unternehmen war in den vergangenen Wochen besonders in Foren und Weblogs in die Kritik geraten, weil es negative Äußerungen über das Unternehmen mit juristischen Schritten unterbinden wollte. [...]
Pingback von Djshop.de Blog » Blog Archive » Euroweb abgewiesen — 6. April 2006 #
unglaublich aber wahr und sie sind immer noch unterwegs, alsa nach wie vor vorsicht !! juli 08
Kommentar von krass bayern — 1. August 2008 #