Belo Horizonte

Montag 31 Oktober 2005

Mein letzter Beitrag zum Urlaub diesem Urlaub in Brasilien. Es kann sein, dass ich im Laufe der Zeit noch den einen oder anderen Beitrag ergänze oder verfeinere aber ansonsten sehe ich den Reisebericht als abgeschlossen.

Belo Horizonte liegt, grob gesehen, zwischen Rio und Brasilia.
Da es nur von Sao Paulo noch Flüge zum weitaus näheren und älteren Flughafen “Pampulha” (PLU) gibt, mussten wir von Rio kommend zum neueren Flughafen “Tancredo Neves” (CNF) fliegen. Von dort waren es ca. 40 Minuten mit dem Auto in die Stadt.

Der Stadtteil “Savassi”, nah dem Zentrum, beherbergt, neben netten Kneiben und Lokalen, auch ein paar wirklich schöne alte Gebäude.

Belo Horizonte zählt zu den größsten Städten Brasiliens und so hat auch die “Baukunst” der “Boomjahre” die Stadt geprägt…

… in der Sicherheit, wie in jeder großen Stadt Brasiliens, groß geschrieben ist. Die Leute wohnen deswegen entweder gerne in Hochhäuser mit entsprechendem (Sicherheits) Personal oder sonst oft hinter Zäunen, teilweise geschützt mit Stacheldraht.

Ouro Preto, 1889 als Hauptstadt Mina Gerais abgelöste, hat daher vermutlich noch mehr Charme als ihr Nachfolger. Leider habe ich diese barocke Altstadt, weil es an dem Tag, als Ouro Pretro geplant war, natürlich wieder einmal geregnet hatte, nicht gesehen.

Auf alle Fälle werde ich mir dieses UNESCO-Weltkulturerbe beim nächsten Besuch nicht entgehen lasse.

Rio de Janeiro mit Sonne, Regen und Überfall(versuch)

Donnerstag 27 Oktober 2005

Kaum in Rio angekommen, musste wir, mit einer Stunde, fast so lange auf die Koffer warten, wie der Flug von Foz do Iguacu nach Rio dauerte. Wir waren immer noch Unschlüssig, ob wir nicht doch auf die ca. 100km von Rio entfernte Ilha Grande fahren sollten, diese wurde uns in Iguacu stark ans Herz gelegt und nur mit superlativen Beschrieben.

Schlussendlich ist doch die Entscheidung für Rio gefallen und wir haben uns ein Taxi gesucht. Es gab gleich im Flughafen Angebote fuer die Fahrt zum Hotel ab 68,- Real. Findet man aber den Weg aus dem Flughafengebäude zu den gelben Taxis, dann bezahlt man die Fahrt mit dem Taximeter nur noch 37,- Real.

Die Unterkunft im DeBret Hotel war ok, der Blick beim Frühstück auf die Copacapana jedoch wirklich wunderbar. Am Sonntag wird tagsüber zusätzlich eine Fahrbahnseite der Straße an der Copacapana für Fußgänger gesperrt, jedoch ist die Promenade sonst auch breit genug zum Bummeln.

Einen Überfallversuch hatte ich auch hinter mir. Tagsüber um 11.00 an einer stark belebten Straße an der Busstation. Es würde Tagsüber an stark belebten Stellen eigentlich kein Problem mit Überfällen geben, das war der gleichlautende Ratschlag vieler Reisetipps. Auch der deutsche Honorarkonsul in Santa Catarina war dieser Überzeugung. Er riet und nur immer in solchen Fällen etwas Geld dabei zu haben und 40,- bis 50,- Real wären für solche Fälle durchaus ausreichend. Es wurde mir weiters geraten, im Bus auf der Hut vor Taschendieben zu sein und sonst dunkle und fast einsame Seitenstraßen meiden. Ich kenne auch einige Leute, die nie überfallen wurden und seit Jahren nach Brasilien reisen. Das beruhigte mich alles doch etwas, denn vor Reiseantritt hatte ich Vorstellungen wie, es würde in Rio Anarchie auf den Straßen herschen.

Wie mir geraten wurde war ich nicht auffällig unterwegs und hatte auch meine Digi in einem alten Plastiksackerl versteckt. Da uns der Bus leider vor der Nase davon gefahren ist, warteten wir an der Busstation auf den nächsten Bus zum Zuckerhut. Irgendwann habe ich mich auf die Bank der Busstation gesetzt. Einige Zeit danach setzt sich ein ca. 17 jähriger Kerl neben mich und wiederholte nur die Worte “Dinheiro, Dinheiro”. Ich entgegnete ihm, dass ich leider kein Portugiesisch spreche und fragte ihn ob er Englisch sprechen würde. Unbeeindruckt wiederholte er sein “Dinheiro, Dinheiro”. Da wurde es mir zu dumm und ich stand auf und schaute am Straßenrand, wo denn mein Bus denn bleiben würde. Bei meinem kurzen Blick zurück entdeckte ich sein Messer, das er zwischen uns gelegt hatte aber schnell wieder in der Hosenstasche verschwinden ließ. Da wurde mir klar, dass er mich überfallen und “nur” mein Geld wollte.
Der “Räuber” war anscheinend durch mein unerwartetes Weggehen verdutzt und durch die Leute an der Busstation etwas gehemmt. Er wiederholte trotzdem noch 2x sein “Dinheiro, Dinheiro”. Da mir jetzt klar war was er wollte und ich wurde irgendwie sauer. Ich hatte gerade 50,- Real dabei und wollte nicht wieder zurück zum Hotel um mir neues Geld zu holen um dann wieder überfallen zu werden. Da würde ich ja nie wie geplant den Zuckerhut erreichen. So rutschte mir auf sein “Dinheiro, Dinheiro” jetzt ein böses und entschiedenes “Nein” raus. Er schien wieder etwas ratlos, er war auch zusätzlich einen Kopf kleiner als wir und alleine, und setzte sich wieder auf die Bank. Als er dachte ich würde ihn nicht mehr beobachten, machte er einen kurze Finte auf mich zu, um mich zu testen. Nachdem aber meine Reaktion nicht weg von ihm, sondern auch auf ihn zugehend war, verabschiedete er sich mit “Daumen oben” und einem freundlichen Lächler.
Da kein Interesse bestand eventuell die Bekanntschaft seiner Freunde zu machen, stieg ich in das nächste Taxi.

Zugegeben, es war sicherlich ein kleiner Schutzengel bei der Aktion dabei.

Am Zuckerhut hatten wir noch schönes Wetter, ..

… doch die letzten 2 Tage in Rio gab es, wie schon an manchen Tagen im bisherigen Reiseverlauf, diesige Sicht, Regen und Wolken.

So hatte ich mir Brasilien nicht unbedingt vorgestellt aber es war trotzdem sehr schön.

Die nächsten Tage und Wochen werde ich hier weitere Bilder veröffentlichen.

Foz do Iguacu

Dienstag 18 Oktober 2005

Foz do Iguacu bietet bei Nacht, wie die Capitão Bar, ein paar nette Lokale.

Tagsüber wird der schon etwas versteckte Charme der Stadt deutlich durch die
Ausflugsmöglichkeiten ins Umland überdeckt,…

… wie zum Beispiel der wirklich beeindruckende Stausee Itaipu oder eben die Wasserfälle

… oder man überquert die Grenze zu Paraguay..

.. um dort auf dem Markt, wie es auch viele Brasilianer machen, einkaufen zu gehen.

Die Cartaratas von Iguacu

Sonntag 09 Oktober 2005

Hier der Bericht und jetzt noch Bilder..

Der “Schrei von Ipiranga”

Mittwoch 05 Oktober 2005

Vor weiteren Bilder doch noch etwas Text Geschichte und die Erklärung zum “Schrei von Ipiranga”:

Im Jahre 1807/1808 floh das portugiesische Parlament und die Königsfamilie, mit Unterstützung der Engländer, vor Napoleon den Napoleonfreundlichen Spanier. Der Regierungssitz wurde nach Rio verlegt.

Obwohl Napoleon 1810 aus Portugal vertrieben wurde (was um 1810 noch geschah), dachte niemand an eine Rückkehr nach Europa. Beim Wiener Kongress gewann Brasilien, kurioserweise auf Anregung des Franzosen Talleyrand, an Bedeutung und das “Vereinigten Königreichs von Portugal, Brasilien und Algarve” wurde ausgerufen. Unruhen in der “Kolonie Portugal” zwangen das Königshaus 1821 jedoch zur Rückkehr nach Lissabon.

Dem Sohn des Königs, Dom Pedro IV, wurde 1821 die Regentschafts Brasilien übertragen. Dieser weigerte sich jedoch diese 1822 wieder abzugeben. Er rief, dem Rat seiner Frau Leopoldine von Habsburg folgend, am 7. September 1822 mit dem “Schrei von Ipiranga” (”Unabhängigkeit oder Tod”) sogar die Souveränität Brasiliens aus. Am 12. Oktober wurde “Dom Pedro IV von Portugal” zu “Pedro I Kaiser von Brasilien” gekrönt. Lange hielt er sich aber nicht am Tron, er musste bereits 1831 zu Gunsten seines Sohnes Pedro (keine 6 Jahre alt) abdanken. Die Monarchie hielt sich bis 1889 und wurde dann durch die Republik abgelöst.
(Quellen: Brasilianische Botschaft, Wiki, guter Brasilien-Reiseführer)

Die Parade zum Unabhängigkeitstag Brasiliens war interessant. Es wurden Trachten, Traditionen aus vielen Teilen Brasiliens vorgeführt und es gab einige interessante und nette Eindrücke.

Die Busfahrt nach Iguacu

Montag 03 Oktober 2005

Diese Busfahrt von Blumenau nach Iguacu war wirklich, abgesehen von der Kälte im Bus, eine gute Idee.

Bilder der ersten Station Brasiliens…

Sonntag 02 Oktober 2005

Ich bin zwar schon wieder ein paar Tage bzw. fast 2 Wochen zurück aber habe es bis jetzt noch nicht “geschafft” den Urlaubsbericht abzuschliessen.

In Summe war der Urlaub, von den paar recht kühlen Regentagen abgesehen, durchaus sehr schön. Bevor ich jetzt noch etwas über Rio und Belo Horizonte schreibe, reiche ich schon einmal ein paar der versprochenen Bilder nach.

Beginnend mit Eindrücken von der Ankunft in Sao Paulo bis nach Blumenau…

Es war ein schönes Gefühl einen neuen Kontinent betreten zu haben (Ankuft in Sao Paulo). Im Ballungsraum von Sao Paulo, aus einer 1554 gegründeten Jesuiten-Siedlung hervorgegangen, tummeln sich ca. 19 Millionen und in der eigentlichen Stadtgrenze ca. 10 Mill Menschen.
Nach der ersten Zuwanderungswelle um den ersten Weltkrieg sorgte der Autoboom im Detroit Südamerikas zu einer weiteren explosionsartigen Entwicklung der Einwohnerzahl Sao Paulos, …

… demzufolge ist das Stadtbild mit vielen Hochhäusern damaliger Zeit geprägt.

Nach dem Weiterflug nach Navengantes, ging es mit dem Taxi für 90,- Real nach Blumenau.

Blumenau ist, wie schon geschrieben (Der Regen und der Honorarkonsul..), ein ganz anderes Brasilien – geprägt durch Fachwerkhäuser, …


… der Kunst Cerveja (Bier) zu brauen und das Oktoberfest zu feiner…

… sowie einem kleinen “Heimat-Museum” mit vielen interessanten Gegenständen vergangener Tage.

… mit z.B. historischem Lockenwickler, Orangenpresse, Telefonzentrale und Kaffeemaschine.

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Verantworlich: Thomas Thayer