Iguacu, Paraguay und Argentinien

Dienstag 13 September 2005

Immer noch in Rio und bei bereits 24 Stunden Regen nutze die Moeglichkeit, dem Reisebericht ein kleines Update zu goennen.

Iguacu liegt am Drei-Laender-Eck von Brasilien, Paraguay und Argentinien. Obwohl uns das Hotel von der Fahrt aus Sicherheitsgruenden abriet, sollten wir nicht unbedingt Elektroartikel kaufen wollen, ging es dann am 8. September, fuer ein paar Stunden ueber die Grenze, nach Paraguay.
Von Foz do Iguazu faehrt ein Bus, fuer 2 Real, direkt nach Paraguay. Strenge Grenzkontrollen gab es weder weder von Brasilien noch auf dem Weg zurueck von Paraquay. Ob Fussgaenger, Radfahrer, mit dem Bus oder Auto, es gibt einen derart regen Grenzverkehr, der, auch zu Mittagszeit, an den Pendlerverkehr zu Arbeitsbeginn in Frankfurt erinnert.
Kaum den Fluss Paraná und die Grenze ueberquert, zeigt sich ein ganz anderes, aermeres, Stadtbild.
Beiden Seiten der Strasse sind mit unzaehligen Verkaufsstaenden am Gehsteig zugepflastert und dahinter reiht sich Geschaeft an Geschaeft mit, hauptsaechlich, Elektroartikel. Das Strassenbild hat mich spontan an die unzaehligen Verkaufstaende in Bangkok erinnert. Viele Urlauber, auch Brasilianer, nutzen die Moeglichkeit in Paraguay guenstig einzukaufen, speziell Elektroartikel sollten wesentlich guenstiger sein. Der Preisunterschied von ca. 50,- bis 70,- EUR bei z.B. Digitalkameras schien mir aber nicht verlockend genug, um mir dort eine zu kaufen und eventuell einen Kopie mit heimzunehmen.

Am 9. September ging es zu dem Nationalpark Iguacu Argentinien, den Wasserfaellen, den Cartaratas, auf der Seite Argentinien. Obwohl ich von der Seite Brasiliens schon beeindruckt und fasziniert war, so hat mich die Seite Argentiniens doch ueberwaeltigt. Von Brasilien sieht man die Breite der Faelle besser, waehrend man auf der Seite Argentiniens den unzaehligen Wasserfaellen dafuer wesentlich naeher ist.

Die Wasserfaelle von Iguacu erstrecken sich auf einer Breit von ca. 2700 m und das Wasser faellt bis zu 75 m donnernd in die Tiefe. Ich war noch nie bei den Niagra Faellen, aber mit deren Breite von ca. 1150 m und einer Hoehe von maximal 58 m duerften diese, verglichen mit den Cartaratas in Iguacu, geradezu bescheiden wirken.

Ein kleiner Zug fuehrt vom Haupteingang, vorbei an unzaehligen herumfliegenden wunderschoenen Schmetterlingen, zu den einzelnen Startpunkten der Wanderwege. Warnungen vor, natuerlich frei herumlaufenden, Raubtieren machen darauf aufmerksam, dass man den Weg nicht unbedingt verlassen und sich nicht in den dichten (Ur-)Wald schleichen sollte.
Vom “Graganta del Diablo” beginnend sind wir, in ca. 4-5 Stunden noch den “Circuito Superior” und den “Circuito Inferior” abgegangen. Jeder dieser Rundwege hat eine andere Sichtweise auf dieses beeindruckend Naturspektakel, welches nicht umsonst auf die Welterbeliste der UNESCO gesetzt wurde. Kein Rundweg gleicht dem anderen, es ist unmoeglich einen dieser Rundwege hervorzuheben. Daher unbedingt genuegend Zeit mit bringen oder am naechsten Tag dem Park noch einen weiteren Besuch abstatten. Wer am naechsten Tag noch einmal in den Nationalpark gehen moechte, der soll sich die Eintrittskarte abstempel und die Reisepassnummer eintragen lassen, dann kostet die Eintrittskarte fuer den naechsten Tag nur noch die Haelfte.

Von Foz do Iguazu kommt man mit einem Bus fuer (wie immer) 2 Real nach Puerto Iguazu nach Argentinien. Am dortigen Busterminal, der Endstation, angekommen wechselt man in den Bus, der zum Eingang des Nationalparks faehrt. Die Hin- und Rueckfart zum Nationalpark kostet 6,- Real.
Der letzte Bus zurueck von Puerto Iguazu geht, je nach Wochentag, um 18.00 oder 19.00 Uhr. Wer diesen Bus nicht mehr erreicht kann mit dem Taxt in ca 30-45 min und fuer ca. 35.- Real zurueck fahren. Generell sollte man mit Busfahrt vom Zentrum von Foz do Iguacu bis zum Eingang des Nationalparks insgesamt doch ca. 2 Stunden einrechnen.
Der Eintritt zum Nationalpark in Argentinien, verglichen mit den ca. 19.- Real in Brasilien, ist mit ca. 30,- Real etwas teurer. Daher etwas mehr Geld mitnehmen, aber lieber nie Taschen voller Geld herum tragen!
Wir hatten fuer Argentinien nicht extra Geld in Peso gewechselt, denn durch die Grenznaehe wird die jeweils andere Waehrung, ohne Probleme, akzeptiert- daher auch die Preisangaben nur in Real, statt in Peso.

Die Grenzkontrolle wird zwischen Argentinien und Brasilien durchgefuehrt. Der Pass wird kontrolliert und mit einem Stempel versehen. Die Grenze nach Paraguay glich hingegen eher den offenen “Schengen-Grenzverkehr”, innerhalb der EU.

Eindruecke

Samstag 10 September 2005

Nach 1 1/2 Stunden Flug und einer Stunde warten auf den Koffer bin ich jetzt in Rio angekommen. Hier, wie auch zuletzt in Foz do Iguacu, haben wir tagsueber ueber 30 Grad und am Abend gegen 22.00 immer noch ca. 22/23 Grad. Es wird also waermer, trotzdem habe ich mich irgendwie durch das kalte nasse Wetter in Blumenau etwas verkueht bzw fuehle mich leicht grippig. Aber zum Glueck habe ich vorgesorgt und ein paar Sachen dabei.

Ankunft in Sao Paulo, meine ersten wirkliche Schritte auf dem Boden Brasiliens.
Hier hatte ich schon etwas geschrieben.

Auf dem Weg vom Flughafen nach Blumenau

.. und es gibt auch Reisfelder

Blumenau mit Fest, wo ich hier und da der entsprechende Text geschrieben ist…

… und der Weg nach bzw. Bilder von Iguacu und die Zeilen darueber sind hier zu finden..

Der Sonnenuntergang vom Hotelzimmer..

Die Bilder sind alle (natuerlich) unbearbeitet sowie entwas dunkel.
Die Bilder in einer groesseren Version gibt es meiner Flickr Seite zu betrachten.

Von Blumenau nach Iguacu

Mittwoch 07 September 2005

Gegen 22.00 bin ich dann doch langsam muede geworden. Es war kalt und hat geregnet, dazu noch die Zeitumstellung… so war es doch vernuenftiger den Kinobesuch abzublasen.

Am naechsten Tag, den 05. September, war wieder eitler Sonnenschein. Trotzdem habe ich mir zur Sicherheit einen Pullover gekauft. Dann ging es zum ca. 20 km entfernten Pomerode, um die Frau Buergermeisterin zu besuchen, die Stefan bei seinem letzten Brasilien Besuch kennen gelernt hatte. In dieser, in den 50er Jahren gegruendeten, Stadt spricht wirklich jeder Deutsch und die Stadt macht auch einen recht netten Eindruck.Im Gegensatz zu Blumenau stoeren dort nicht, vereinzelt plazierte und im 50er-Jahre-Stiel errichtete, Haueser die Harmonie.

Trotzdem haben wir uns entschlossen schon am 05. Sep die Busfahrt in Richtung Foz do Iguacu zu machen. Abfahrt um ca. 18.00 in Blumenau und die Ankunft um ca. 08.30 Ankunft in Foz do Iguacu. Die Busfahrt war tadellos und kostete auch nur ca. 80.- Real. Da der Stauraum fuer das Gepaeck im Bus sehr gross ist, sind die Sitze, wie beim Doppeldeckerbus, ueber dem Fahrer. Wir hatten das Glueck in Reihe 1 zu sitzen. Im Gegensatz zum Flug konnten man auch etwas von der Gegend sehen, solange es hell war. Es gibt dort keine Autobahnen und so ging die Fahrt gemuetlich ueber diverse Landstrassen, sehr idyllisch.
Zum Glueck hatte mich Stefan vor der Klimaanlage im Bus gewarnt. Ich hatte mir 2 Pullover zurecht gelegt und recht bald nach der Abfahrt einen Pullover angezogen und den zweiten Pullover ueber meine Sommerhose gelegt. Da mir trotzdem noch zu kalt war haben ich mir noch die isolierende Wirkung eines Plastiksackerl zu Nutzen gemacht und das war gold Wert! Zwischen Sommerhose und Pullover gut ausgebreitet hat es mich doch recht warm gehalten.

In Foz do Iguacu angekommen und Hotel gefunden und so ging es am am Nachmittag, dem 06. September, zum Itaipu, dem groessten Stausee der Welt. Dieser Stausee hat eine Flaeche,welche ca. 3x so grosse wie die Flaeche des Bodensees. Der dort produzierte Strom deckt 95% des benoetigten Stroms von Paraquai und 25% des benoetigten Stroms Brasiliens.
Das Wetter war zum Glueck mit 27 Grad recht sonnnig. Obwohl es am Abend um ca. 22.00 wieder auf 13 (!) Grad abgekuehlt, kann man bis ca. 22.00 auch gut im Freien sitzen und falls notwendig werden, wie bei uns, die Heizstrahler angeschalten.

Da der 7. September als der Tag der Unabhaengigkeisterklaerung Brasiliens gefeiert wird, stand heute Vormittag die Prade auf dem Programm und am Nachmittag ging es 2 Stunden zur brasiliansichen Seite der Wasserfaellen von Iguacu. Die Parade war schoen und die Wasserfaelle durchaus beeindruckend und nicht endend wollen. Morgen geht es auf die Seite Argentiniens und dafuer sollte man anscheinend auf alle Faelle einen ganzen Tag einplanen… dazu aber bei Gelgenheit mehr.

Der Regen und der Honorarkonsul..

Sonntag 04 September 2005

hat den heutigen Tag in Blumenau voll ausgefuellt…

Gestern Abend hatten wir das das Glueck uns mit dem deutschen Honorarkonsul Hans Prayon zu unterhalten. Wir sind zufaellig mit ihm in einem Lokal im Einkaufszentrum in Blumenau ins Gespraech gekommen. Da seine Frau einkaufen war, hatten wir das Vergnuegen uns fast 2 Stunden ueber alles Moegliche mit ihm zu unterhalten. Sehr interessant war die Geschichte von Blumenau und dem Gruender Herrn Doktor Blumenau sowie dessen Studien. Interessant war auch als er von einem Besuch der Favelas, auf den Spuren von Papst Johannes Paul II, erzeaehlte oder wie die Eintagsfliegen Darwin, korrespondierte mit einem Begleiter von Dr. Blumenau, geholfen hatten, dessen These ueber die Evolution zu stuetzen.

Heute bei mehr oder weniger starken aber ausdauerndem Regen sind wir eben durch das erwaehnte Blumenau gewandert. Waren im Museum im Originalhaus vom Neffen von Dr. Blumenau, welches neben etliche Moebeln auch Kleider, Werkzeuge und interessante Maschinen aus der Vergangenheit beherbergt, im Biermuseum und durch die Stadt geschlendert. Es gibt noch gute eine Anzahl von Haeusern aus der damaligen Zeit als 17 Gruender den Grundstock fuer Blumenau legten.

Heute Abend werden wir wahrscheinlich ins Kino gehen.. da aufgrund von Winter und dem Feiertag am 07. Sep (Unabhaengigkeit Brasiliens) hier nicht viel los ist ueberlegen wir den Aufenthalt in Blumenau eventuell um einen Tag zu verkuerzen.

Das Ibis Hotel hier im Zentrum von Blumenau ist wirklich tadellos und kostet ca. 70,- Real.

Ankuft in Sao Paulo

Samstag 03 September 2005

Gerade gut in Sao Paulo gelandet und auch schon den Flughafen gewechselt… jetzt hoffen wir auf dem naechsten Flieger um 08:40 einen Platz nach Navegantes zu bekommen.

Da der Flieger recht voll ist erfahren wir erst in ca. 30min vor Abflug, ob wir einen Platz bekommen. Alternativ muessen wir auf den naechsten Flieger, bis 19:30, warten oder mit dem Bus fahren. Bus ist hier ein uebliches Transportmittel, vergleichbar mit dem Zug in Europa.

Der Shuttel-Bus vom Transatlantik Flughafen “Guarulhos” zum aelteren und kleineren Flughafen “Congonhas”, bis vor ca. 15 Jahren der einige Flughafen in Sao Paulo, war interessant. Wenige alte historische aber sehr schoene Gebaeude in Sao Paulo, dafuer viele wirklich aermere Behausungenen und dazwischen aeltere Wohn-Hochhaeuser.
Schon beim Landeanflug aus Frankfurt haben wir die beeindruckende Flaeche der Stadt gesehen… ein endloses Meer von Lichtern, welches nicht zu enden schien.

Der Busshuttel zum anderen Flughafen kostet 24,- Real (3 Real = 1 EUR) und verschafft in der 40min Fahrt eben diesesn kurzen Eindruck ueber Sao Paulo.

Die Leute sprechen generell kaum Englisch, sind aber wirklich sehr freundlich…
… soviel zu den ersten Stunden im “Winter” in Brasilien, auf der anderen Seite des Aequators bei ca. 16 Grad Celsius um 06:00 in der Frueh.

Kleine Pause…

Freitag 02 September 2005

Die Regierungsarbeit

Freitag 02 September 2005

Untätigkeit kann man der Regierung nicht vorwerfen, sie hat sich einfach schlecht verkauft und doch von 1998-2005 einiges bewegt.

Die Regierung hat Neuwahlen ausgerufen, die Regierung Kohl hat in gleicher Situation sich einfach die letzten Monate noch an der Macht gehalten. Damals wären Neuwahlen auch die bessere und vernünftigere Entscheidung gewesen.

Hartz IV gehört verdammt? Macht doch einmal das Hartz IV Quiz und informiert Euch! Ich war auch sprachlos und habe meine Meinung grundlegend geändert.

Sozialleistungen radikal streichen, sich ein Schloß zu kaufen oder auf auslaufende Atomenergie zurückzugreifen, statt in die Zukunft zu investieren. Das kann nicht gut gehen, wie Hessen leider auch aufzeig. dass kann nicht gut gehen und Hessen ist (leider) ein gutes Beispiel. Das Aufkommen radikalerer Parteien sehe ich dann, leider durchaus als wahrscheinlich an.


(Bild via the daily mo)

New Orlenas unter Wasser.. immer mehr Katastrophen..

Donnerstag 01 September 2005

Wenn man sich die Datenbank der Münchner Rück ansieht, ist die Sache an und für sich klar: In den Jahren zwischen 1950 und 1959 gab es weltweit 13 große wetterbedingte Katastrophen, zwischen 1990 und 1999 waren es 74. Nicht nur für die Rückversicherer, die ein ganz materielles Interesse an solchen Zahlen haben, ist deutlich: Extremereignisse wie massive Niederschläge oder Stürme häufen sich. (Spiegel.de, 24. August 2005)

Die Unwetter in Europa vom August und Juli sind kaum vorbei, jetzt erwischt es die wunderschöne Stadt New Orlenas, durch den verheerenden Hurrikan “Katrina”. Obwohl laut aktuellem Wetterbild vom Hurrikan nichts mehr zu sehen ist, die Katastrophe scheint sich noch zu verschlimmern.

Vollständige Evakuierung der 480.000-Einwohner. Bis zu 80 Prozent steht die Stadt bereits unter Wasser und es steigt durch Dammbruch, im teilweise unter dem Meeresspiegel liegende News Orlenas, weiter an. Teilweise ist das Wasser 7 (!) Meter hoch und wenn das Einbrechen der Wassermassen gestoppt und der Damm geflickt ist sowie die Pumpen auf Hochtouren laufen, dann könnte der Wasserstand täglich um ca. 30cm gesenkt werden. Das bedeutet es würde im optimalem Fall über 23 (!) Tage dauern, bis das Wasser aus News Orlenas wieder gebannt werden kann.

Die Toten werden in New Orleans, wegen dem hohen Grundwasserspiegel, historisch nicht unter der Erde sondern auf Hochgräber begraben… die Nähe zum Grundwasser wird es auch nicht einfacher machen diese wundervolle Stadt, in der ich mit Marc Silvester 2000 gefeiert habe, wieder trocken zu legen. Unnötig zu erwähnen, dass die dortige arme Bevölkerung sich zum größten Teilen kaum eine Versicherung leisten konnte und nicht nur Haus und Hof verloren hat, sondern ums nackte Überleben kämpft.

Rettung naht? Herr Bush war da!

US-Präsident George W. Bush hat bei der Rückkehr aus seinem Urlaub in Texas am Mittwoch die von dem verheerenden Hurrikan “Katrina” betroffenen Gebiete im Süden der USA überflogen. Wie das Weiße Haus mitteilte, ging die Präsidentenmaschine “Air Force One” zeitweise auf eine Flughöhe von nur 510 Metern, damit Bush sich aus der Luft ein Bild vom Ausmaß der Zerstörungen machen konnte.
Nach Angaben von Bushs Sprecher Scott McClellan überflog die Präsidentenmaschine die Stadt New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana, die Küstenregionen des Bundesstaates Mississippi sowie die stark verwüstete Stadt Mobile in Alabama. “Air Force One” fliegt normalerweise auf rund 11.000 Metern Höhe. Bush will in Washington den Krisenstab für die Bewältigung der Katastrophe leiten. (derStandard, 31.08.2005)

Ob Herr Bush mit dieser typischen Aktion nach den 20 vermissten Öl-Plattformen gesucht hat oder mit dem geistigem Tiefflug der leidenden Bevölkerung seine Anteilnahme ausdrücken wollte?

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Verantworlich: Thomas Thayer