Ethik-Hotline und Ethik-Richtlinie
Donnerstag 31 März 2005So etwas braucht die Welt unbedingt. Es wurde doch aber auch Zeit! Wieso hat es überhaupt so lange gedauert, bis eine Ethik-Hotline eingerichtet und eine Ethik-Richtlinie den Mitarbeitern auch irgendwie Halt und Sicherheit gibt? Es entsteht fast das Gefühl, wie beim von Carl von Linde erfundenen Kühlschrank – man kann sich doch schon kaum vorstellen, jetzt wo es Realität wurde, wie man so lange Zeit ohne solche “Errungenschaften” leben konnte. ![]()
…”Sie dürfen nicht mit jemanden ausgehen oder in eine Liebesbeziehung mit jemandem treten, wenn sie die Arbeitsbedingungen dieser Person beeinflussen oder der Mitarbeiter ihre Arbeitsbedingungen beeinflussen kann”, heißt es in der Richtlinie. Unter das Verbot fällt sexuell deutbare Kommunikation jeder Art. Zum Beispiel zweideutige Witze, anzügliche Blicke…(3sat, 29.03.2005)
Wenn ich das richtig vertehe, dann dürfen die Mitarbeiter jetzt ganz freiwillig und auch ganz im Sinne des guten Betriebsklimas, bemerkte “Verstösse” von Kollegen an der Ethik-Hotline melden. Zumindest wäre dann ein Betriebsklima nicht durch diverse Eifersüchteleien gestört, der Mitarbeiter könnte sich ganz seiner Arbeit wittmen.
Auch der Kunde hätte dadurch doch einen maximalen Nutzen, ihm würde die ganze ungeteilte Aufmerksamkeit geschenkt werden können, weil ein dauerndes Flirten und Turteln von Mitarbeiter unterbunden werden würde. Ungeteilt? Vermutlich nicht ganz, denn haben die Angestellten durch die Ethik-Hotline und -Richtlinie nicht auch eine gewisse “moralische kollegtive Verantwortung”?
Wal-Mart betonte am Mittwoch, mit dem Kodex sollten lediglich Nachteile aus Beziehungen von Vorgesetzten mit Untergebenen verhindert werden. “Die Betriebsräte wurde im Vorfeld über den Versand der Unternehmensethik informiert”, teilte die deutsche Tochter des US-Unternehmens weiterhin mit. Da es sich um eine freiwillige Regelung handele, sei die Mitwirkung der Betriebsräte gar nicht notwendig; die deutschen Mitbestimmungsregeln würden mithin nicht verletzt. (FTD, 17.03.2005)
Die Richtlinie könnte mir somit das sichere Gefühl geben, dass der “Besetzungscouch” (gab es die?) und der Korruption, durch Geschenke von Lieferanten, mit aller Konsequenz Einhalt geboten wird. Das ist doch sehr löblich! Wäre Korruption und Mißbrauch aus dem Abhängigkeistverhältnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen nicht bereits jetzt schon sogar vor dem Gesetz strafbar?
Wieso die Hotline auch als “Denunzier-Tool” bezeichnet werden könnte ist mir doch fast gänzlich unverständlich. Wird der Mitarbeiter nicht, wie bei der guten Nachbarschaftshilfe, jetzt nicht auch vom Kollegtiv geschützt?
Wenn ich also die mögliche Auswirkungen dieser Richtlinie richtig sehe, dann kommt diese somit nicht nur dem Mitarbeiter und dem Unternehmen sondern, wie oben geschrieben, auch irgendwie dem Kunden zugute. Könnte man somit nicht auch fast den Schluß ziehen, dass das Unternehmen dadurch diese, eventuell etwas extrem erscheinenden, Weise nicht auch “seinen” Angestellten einen noch harmonischeren Arbeitsplatz sichert? ![]()
Da hätte ich noch erschreckende Visionen Ideen:
Mit dem Fall der Mauer sind auch viele “Spezialisten” frei geworden! Diese könnten Stichprobenartig eingesetzt werden, um das freiwillige System zu optimieren und die die Effizienz und Loyalität zu überprüfen.
Die Technik und die Gesellschaft entwickeln sich laufend weiter. Durch die ständige technische Weiterentwicklung stehen wir doch immer wieder am Anfang der Möglichkeiten, auch wenn sich die Gesellschaft manchmal im Kreis dreht und sich altes wiederholt.
Wie wäre es beispielsweise mit einem Terminal für die Kunden, der damit die, mit einem Chip ausgestatten, Mitarbeiter auf einer Karte lokalisieren oder auch “anpiepsen” könnte. Zusätzlich könnten im Terminal noch “Profile” der Angestellten hinterlegt werden, in diesen das jeweilige Fachgebiet der Angestellten hinterlegt werden könnte. Dadurch könnte doch dem Kunden sofort optimal und kompetent gehofen werden, der nicht mehr lange nach seinem richtigen Ansprechpartner suchen müsste. Technisch ist es sicherlich jetzt schon möglich. ![]()
Papst Johannes Paul II
Mittwoch 30 März 2005“Ich biete Euch mein Leiden an, damit der Plan Gottes verwirklicht werden kann und damit Sein Wort einen Weg zu den Menschen findet”
(Johannes Paul II)
Johannes Paul II (Wiki Info) ist ein beeindruckender Mensch.
Auch wenn von manchen Seiten kritisiert wird, er würde die Kirche nicht mehr führen können, so leistet er doch gerade auch in diesem Moment unbezahlbar viel für die Kirche. Er versteckt sich nicht, ist nicht zu eitel sich geschwächt zu zeigen. Er ist nicht zu bequem sich in einem Zimmer “einfach nur” pflegen zu lassen, die finanzellen Möglichkeiten wären sicherlich vorhanden, sondern er kämpft mit aller Kraft für den Glauben.
Auch wenn ich nicht alle seine Entscheidungen teile und mir z.B. die Frage der Verhütung widerspricht, so hat der Papst doch Meilensteine gesetzt.
Nicht nur mit seinen Reisen nach Polen in den 70er und 80er Jahren, dem Treffen mit Jassir Arafat (1982) oder dem Empfang von KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow (1989) hatte er auch einen unbestrittenen großen Anteil am friedlichen Fall des Kommunismus.
1981 wird der Papst schwer verletzt, besuchte aber seinen Attentäter Mehmet Ali Agca 1983 im Gefängnis. Das Attentat soll laut Stasi Unterlagen, wie beim ORF zu lesen, eine Gemeinschaftsaktion kommunistischer Geheimdienste gewesen sein. Der KGB gab das Attentat in Auftrag, der bulgarische Geheimdienst sorgte für die Ausführung und die DDR war für die gesamte “Operation” sowie für das Verwischen der Spuren verantwortlich.
Er leistete einen enormen Beitrag zur Aussöhnung der Religionen.
1986 lädt er zum “Weltgebetstag für den Frieden” Religionsvertreter aus aller Welt nach Assisi ein und besucht im selben Jahr als erstes katholisches Kirchenoberhaupt die Synagoge in Rom. Die Vergebungsbitte Mea Culpa, im Jahr 2000, für die Verfehlungen der Kirche wie Glaubenskriege, Judenverfolgungen und Inquisition setzte ein wichtiges Zeichen und die Bitte um Vergebung an Klagemauer in Jerusalem wegen der Judenverfolgungen von Christen war ebenso bewundernswert.
1993 kündigt Papst Johannes Paul den offenen Widerstand der Kirche gegen die Mafia aus Sizilien an.
Auch die endgültige Ablehnung des Frauenpriestertums in seinem Apostolischen Schreiben “Ordinatio Sacerdotalis” 1994 ist aus seiner Sicht durchaus verständlich und nachvollziehbar. Ich habe keine Zweifel an die Aufrichtigkeit seiner in diesem Schreiben genannten Gründe. Ich glaube nicht das er die Notendigkeit hat diese Entscheidung, wie manche Politiker, “verkaufen” zu müssen, dazu hatte er in seinem Wirken schon genug Profil und Charakter gezeigt.
Ein beeindruckender Mensch mit durchaus interessanten Biographie. Ich bin froh in dieser Zeit eines solch beeindruckenden Menschen leben zu dürfen. Heute habe ich Kerzen angezündet und gedenke dem Papst.
Kannst Du mir sagen wieso ich an Dich denke?
Mittwoch 30 März 2005- Weil mir langweilig ist?
- Weil Du einfach nur fern bist?
- Weil ich Dir vertraue?
- Weil Du ein Anker meiner Erinnerung an eine ferne aber doch vertraute “Welt” bist?
- Weil ich mit Dir Pferde stehlen könnte?
- Weil ich Dich schätze und respektiere?
- Weil ich Deine Gedanken und Stimme vermisse?
- Weil es einfach schön ist verehrt oder begehrt zu werden?
- Weil ich gerne viel mehr Zeit mit Dir verbracht hätte?
- Weil nicht mehr sein durfte, was sein hätte können?
- Weil die Sehnsüchte und Träume unerfüllt blieben?
- Weil ich gerne in Deiner Nähe bin und ich diese suche?
- Weil ich mich mit Dir geborgen fühle?
- Weil ich gerne meine Zeit mit Dir teile?
- Weil ich für Dich da sein möchte, wenn es Dir schlecht geht?
- Weil Dein Lachen mich glücklich macht?
- Weil ich Dich gut riechen kann, es liebe Dich zu spüren und zu berühren?
- Weil ich gerne mit Dir alt werden möchte?
- Weil ich mit Dir in gemeinsame Erinnerungen und Erlebnisse schwelgen möchte?
- Weil ich gerne mit Dir Kinder hätte und Du die beste Mutter für sie wärst?
- Weil Liebe das einzige ist was sich verdoppelt, wenn man sie teilt?
- Weil Liebe mehr ist?
Sag Du es mir!
“Zuviel des Guten” aber “Was wäre Wenn?
Dienstag 29 März 2005Nicht nur Bush hat ein, für mich, zweifelhaftes Gespür oder Ansichten, jetzt hat Robert Stevens, einer seiner Wahlberater 2004, zuviel vom “Guten” konsumiert, und ist an einer Überdosis verstorben.
Wenn auch Herr Bush die Welt spaltet und stark polarisiert, so wären Antworten auf folgende Frage sicherlich interessant:
“Was wäre, wenn die USA plötzlich in die Bedeutungslosigkeit verfallen würden? Wer würde deren Platz in welchem Umfang und mit welchen Konsequenzen ausfüllen?
Wie sehr ich auch diverse Machenschaften und das Auftreten der USA kritisieren, ich glaube nicht, dass Europa mit der dann gesteigerten Aufmerksamkeit umgehen könnte und den eigenen Ansprüchen gerecht werden würde. Europa würde aufgrund der wirtschaflichen “Macht” sehr in den Fokus geraten und könnnte sich nicht hinter den “großen Bruder” – wie sehr man sich auch dagegen wehrt – verstecken.
Wie entschlußfreudig eine einheitliche europäische Politik ist, zeigte sich in schrecklicher Weise bei den Völkermorden im ehemaligen Jugoslawien und dem doch recht lange Warten der NATO.
Damals war noch alles anders? Unglaubwürdig!
Was ist mit den aktuellen Völkermorden in Ruanda und Darfur (im Westen Sudans)? Dort wurden in wenigen Monaten etwa 1,8 Millionen Menschen vertrieben und 70.000 Menschen kamen uns Leben. Ein Ende ist nicht in Sicht! Ist der Konflikt deshalb “ertragbar” oder “verständlich”, weil dieser entlang der Trennlinie zwischen der arabischen und der afrikanischen Welt verläuft? Zweifelhaft!
Möglichkeiten zu handeln und Profil zu zeigen hätte Europa genug, statt sich mit den USA um Chinas Waffenembargo, deren damaligen Gründe noch nicht beseitigt sind, zu streiten. Ist ein derartiges Handeln damit zu begründen um China positiv zu stimmen und damit einen Fuß in der Tür deren stark wachsenden Wirtschaft zu haben? Dabei handelt es sich zwar, verglichen mit der Irak Politik der USA, um eine andere Vorgehensweise aber ist diese deswegen moralisch eher zu vertreten?
Es ist meiner Meinung immer noch das Getue des kleine Bruders, der sich vom großen Bruder abgrenzen möchte, dieses trotz ständigem Bemühen jedoch nicht schafft um trotzdem immer in die gleichen Muster zu verfallen.
Auf den Spuren der Volksmedizin
Montag 28 März 20053SAT wiederholt am 29. März 2005 um 12.15 Uh seine interessante Sendung “Tradition des Heilens”. Von den Kräuterweibern über Heilpraktiker bis zum Handaufleger führt die Sendung auf den Spuren der Volksmedizin und berichtet über ihre Vor- und Nachteile.
Die Volksmedizin birgt sicherlich ein Wissen, welches nicht in Vergessenheit geraten sollte! Die Milch kommt auch nicht ursprünglich aus dem Supermarktregal und auch die fernöstliche Heilkunst zeigt oft genug sehr wirksame Alternativen zu unserer westlichen Schulmedizin auf.
Josefine Hawelka
Montag 28 März 2005Josefine Hawelka ist vor ein paar Tagen an Herzversagen verstorben.
Sie war mehr als die Buchtelkönigin von Wien, denn sie baute zusammen mit ihrem Mann Leopold Hawelka das legendäre Café Hawelka auf und zählt sicherlich zum Inbegriff der “Wiener Kaffeehauskultur” – sie wird in den Herzen und der Erinnerung sicherlich ewig weiter leben. Mein aufrichtiges Beileid!
Wer in Wien ist muß dem Café Hawelka, liegt in einer kleinen Seitengasse am Wiener Graben, unbedingt einen Besuch abstatten, indem Leopold Hawelka immer noch am Eingang sitzt und nach dem rechten schaut.
Schaffnerlos
Sonntag 27 März 2005Sorgten die Schaffner früher noch für Ordnung in den öffentlichen Verkehrsmitteln, jetzt sind diese fast durchweg schaffnerlos.
Dem Schaffnerlos zufolge sollen sie sich jetzt nicht mehr nur um Laufkundschaft kümmern, sondern im Häfn auch Stammkundschaft betreuen dürfen.
Fast passend dazu: Schaffnerlos von Wolfgang Ambros.
Bürokratie und ihr langer Arm der Macht
Samstag 26 März 2005Lächerlich finde ich es, wenn das abgelaufene ASU die Bundeswehrfahrzeuge in Afganistan stillegt oder dringend benötigte Truppenunterkunft im Ausland nicht gebaut werden können dürfen, weil die deutsche Norm der baufachlichen Richtlinien nicht eingehalten werden.
Richtig finde ich, dass der Müll aus den Auslandseinsätzen wieder mit zurück genommen wird, statt es landestypisch und billig verschwinden “entsorgen” zu lassen.
Ich hoffe Herr Struck geht bei dem löblichen Vorhaben, im Kampf gegen die Bürokratie nicht zu weit und erlaubt der Bundesherr zukünftig Sondermüll im Einsatzort “legal” nach dortigen Gesetzen einfach unter der Erde “verschwinden”, statt richtig entsorgen zu lassen.
Wohnt hier irgendwo Gott?
Freitag 25 März 2005Wie zu lesen ist, haben US-Forscher zum ersten Mal direkt das Licht von einem Planeten bei einem fremden Stern gemessen.
Natürlich wurde diese Meldung auch von einer andere “Zeitungen” entdeckt und diese wussten wesentlich mehr darüber zu berichten um schlußendlich die Frage “Lebt hier irgendwo Gott?” zu stellen.
Wieso die “Redakteure” zu diesem Schluß gekommen sind bleibt vermutlich ein noch wesentlich größeres Geheimnis. Dieser “Bericht” wurde aber vom bildblog aufgegriffen und hier durchaus recht amüsant kommentiert.
Bei, nach ersten Analysen des Infrarotlichts, vermuteten 850 Grad Celsius dürfte es sich dann auch eher um höllische als paradiesische Zustände handeln. ![]()
Kohls “Stasi-Akten”
Donnerstag 24 März 2005Nach jahrelangem Rechtsstreit werden an diesem Donnerstag erstmals Stasi-Unterlagen über den deutschen Alt-Kanzler Helmut Kohl (CDU) herausgegeben. Kohl (74) habe zunächst geäußerte Bedenken gegen die Veröffentlichung zurückgezogen, teilte die Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen in Berlin mit. (derStandard.at)
Es ist immer gut Freunde zu haben und es ist verständlich und durchaus legitim, dass keine privaten Informationen über Herrn Kohl veröffentlicht werden.
Es werden aber auch keine Informationen veröffentlicht, die aus geheimdienstlichen Ermittlungen gewonnen wurden! Was bleibt sind 1071 der insgesamt ca. 7000 Seiten, die aus 51 Seiten an Deckblättern und zu ca. 60% aus Zeitungsartikel oder ähnlichen offenkundigen Informationen bestehen. Es ist sicherlich davon auszugehen, dass in den verbliebenen 347 Seiten kaum etwas interessantes dabei sein dürfte und somit die ganze Sache kaum erwähnenswert ist.
Ich frage mich daher wieso der Presse diese Meldung überhaupt eine Zeile wert ist. Was ich immer noch nicht verstehe, trotz allem Respekt über manche seiner Verdienste, wieso es keine wirklichen persönlichen Konsequenzen wegen der Parteispendenaffäre gab. Zumindest hatte Bundestagspräsident Wolfgang Thierse die Partei in die Verantwortung genommen.
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Verantworlich: Thomas Thayer








